Der Traum vom Best Case

Nach Informationen von WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung gibt es aus dem Innenministerium ein vertrauliches Strategiepapier zur Corona-Pandemie. Unter dem Titel “Wie wir Covid-19 unter Kontrolle bekommen” werden demnach verschiedene Szenarien für den Umgang mit dem Corona-Virus durchgespielt.

Für den Worst Case gehen die Verantwortlichen dabei von einer doppelt so hohen Sterblichkeitsrate aus wie das Robert Koch Institut. Ohne Schutzmaßnahmen und Einschränkungen könnten nach diesem Szenario schon im Mai nur noch 20 Prozent der schwer erkrankten Patienten intensivmedizinisch behandelt werden. Damit es nicht zu diesem Worst Case kommt, wurden die aktuell geltenden Ausgangsbeschränkungen und Abstandsregelungen eingeführt.

Für einen wirtschaftlichen Best Case, mit nur etwa 4% Einbußen im Bruttoinlandsprodukt, müsse man sich an der Vorgehensweise Südkoreas orientieren und verstärkt Infektionstests durchführen. Im Strategiepapier wird hierfür eine Steigerung der Testkapazität von ca. 40.000 bis 70.000 Tests pro Tag auf 200.000 angestrebt. Könnten ausreichend Tests zeitnah realisiert werden, wäre es möglich, durch Isolation Infizierter und konsequentes Testen von Kontaktpersonen, eine Eindämmung der Pandemie über einen längeren Zeitraum zu gewährleisten. Zumindest so lange, bis sich das Infektionsrisiko durch Faktoren wie Impfstoffe, Immunität oder Umwelteinflüsse stark gesenkt hat.

Wo sich die reale Pandemie-Situation in Deutschland zwischen Worst und Best Case ansiedeln wird, hängt also maßgeblich von der Ausweitung der Testmöglichkeiten ab.

(Grafik: geralt, pixabay.com)

28. März 2020

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