Ein Leben “nach” Corona?

“Das Jetzt fordert unsere ganze Aufmerksamkeit. Und es ist richtig, sich mit aller Entschlossenheit dem Kampf gegen das Virus zu widmen. […] Aber der entschlossene Kampf muss den Blick auch über das Jetzt hinaus weiten. Die Motivation für alle Anstrengungen, die wir jeden Tag aufs Neue unternehmen, ist nicht die Angst vor dem Jetzt, sondern die Hoffnung auf morgen,” so der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet in einem Gastbeitrag für Die Welt.

Dort sprach er sich für das unvoreingenommene Nachdenken über die Lockerung der Auflagen gegen Corona und den Übergang in die Normalität aus. Freilich erst dann, wenn es die Sicherheit, laut Einschätzung der Experten, ermögliche. Doch trotzdem: Nichts sei schädlicher als in Resignation zu verharren. Überlegungen über die Zeit nach Corona müssten schon jetzt getroffen werden – so der Ministerpräsident.

Eine Debatte um mögliche Exit-Strategien ließe sich, statt verbissen über einen fixen Termin zu debattieren, auch auf andere Weise führen. Welche Ziele müssen erreicht sein, bevor die Schutzmaßnahmen gelockert werden können? In welchen Stufen kann eine solche Lockerung erfolgen? Sollte es räumlich abgegrenzte Szenarien geben, die sich nach der Höhe der Infektionszahlen vor Ort richten?

Solche und ähnliche Fragen sollten gewinnbringend zur Sprache kommen. Denn mit den möglichen Antworten ließe sich die Krise besser managen als nur die Ultima Ratio in den Blick zu nehmen. “Jetzt ist die Zeit, Maßstäbe für die Rückkehr ins soziale und öffentliche Leben zu entwickeln, damit auch diese Entscheidung anhand transparenter Kriterien erfolgt”, meint Laschet.

Die Umsetzung einer Exit-Strategie wird jedoch im politischen Diskurs mehrheitlich als zu verfrüht angesehen. Noch könne man nicht sagen, wie lange Kontaktverbote und Einschränkungen aufrechterhalten werden müssten – so die einhellige Meinung von Politik und Wissenschaft.

(Foto: BS/Proll)

6. April 2020

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