Wie schützen wir uns?

Mediziner, Krankenschwestern, Pfleger, Polizistinnen und Polizisten, Ordnungsdienstmitarbeiter, Pförtner im Rathaus – alle stellen sich derzeit nur eine Frage: Wie schütze ich mich vor einer Infektion?

Eine Antwort darauf gibt es bereits. Weit über zweieinhalbtausend Mitarbeiter des Gesundheitssystems und in der Pflege sollen sich bereits infiziert haben. Das ist keine gute Nachricht. Aus zwei Gründen nicht. Erstens weil die Situation in Italien und Frankreich zeigt, dass auch eine erhebliche Sterberate unter infiziertem medizinischen und Hilfspersonal auftreten kann. Zum zweiten keine gute Nachricht, weil wir ja wissen, dass wenn keine Tests stattfinden, weil keine Symptome auftreten, der Virus trotzdem ansteckend ist. Also eine Katastrophe ausgerechnet im Gesundheitssystem, schlimmer noch in Pflegeheimen.

[…]

Doch trotzdem: Der Öffentliche Dienst und seine Mitarbeiter haben bisher schon eine große Bewährungsprobe bestanden, aber die größte steht noch bevor und die gilt nicht nur für die Kräfte im Einsatz, sondern auch für zahlreiche Verwaltungsmitarbeiter. Allein in NRW haben am Wochenende 700 Mitarbeiter der Bezirksregierung Düsseldorf und Köln das ganze Wochenende an der Bearbeitung von Kredit- bzw. Hilfsanträgen von Unternehmen gesessen. Das zeigt, der Öffentliche Dienst ist in der Krise da, er ist leistungsfähig und bedingungslos einsatzbereit.

Sehen wir einmal davon ab, dass mancher Versuch, Homeoffice zu organisieren, an Ausstattung mit ausreichend Endgeräten und Netzkapazitäten bei den Behörden scheiterten.

Doch die Einsatzbereitschaft, der Mut und der Wille die Dinge zu regeln und mit in den Griff zu kriegen, ist da. Der Öffentliche Dienst zeigt in der Krise, warum es ihn gibt: Einsatz- und Hilfsbereitschaft, Loyalität und Neutralität in Extremsituationen.

Der komplette Kommentar von Behörden Spiegel-Chefredakteur R. Uwe Proll stammt aus unserem Podcast Public Sector Insider, der jeden Dienstag erscheint. Alle archivierten Folgen gibt es hier.

(Foto: fernandozhiminaicela, pixabay.com)

 

 

8. April 2020

Kommentare

  1. Anonymous

    Guter Artikel. Weiter so.

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