Corona-Chaos in den Ländern

“Jetzt geht es bei der Bewältigung der Corona -Krise aus einer bisher durchaus sinnvollen föderalen Entscheidungskompetenz in ein absolutes Wirrwarr über. Natürlich war es bisher sinnvoll, regionale Situationen, die durch Grenznähe zu Ländern wie Österreich und Frankreich, wo Einreiseviren gestoppt werden mussten, regional zu regeln. Jetzt bricht der „ganze Laden„ aber auseinander. Unterschiedliche Schulanfangszeiten, womöglich unterschiedliche Sommerferienlängen, Läden unter oder über 800 qm, Friseure ja, Restaurants nein, IKEA Ja. Karstadt nein. Das Chaos hat freien Lauf. Jedes Bundesland geht eigene Wege, die sich nicht mehr durch die regionale Bedrohungslage erklären lassen, sondern durch länderspezifische Profilierungen.”

Agnes Schmidt, Verwaltungsmitarbeiterin

(Foto: PIROD 4D, Pixabay.com)

20. April 2020

Kommentare

  1. Grumbkow

    Gerade bei einer nicht begrenzten Gefahr braucht es eine zentrale Koordinierung und Absprache und nicht das Klein-Klein, was im Moment passiert. Das gilt für Deutschland, aber auch für die EU. Was bringt es das Virus in Bayern eingedämmt zu haben, aber in NRW nicht?

    • Geheimtipp: Kritisch Denken

      Der Witz ist ja, dass noch nichtmal die Eindämmung in einzelnen Ländern funktionieren wird. Die Ländergrenzen sind ja nicht magisch abgeriegelt. Wer also in Bayern nicht shoppen gehen darf, fährt nach BaWü, Hessen oder RLP und ist damit genauso in Kontakt mit potentiell Infizierten. Aber Kontaktpersonen sind so absolut unmöglich Nachzuverfolgen. Jader macht sein eigenes Ding funktioniert nur, wenn sich die Bereiche auch klar voneinander trennen lassen. Und das will eigentlich keiner.

  2. Sicherheitsfreak

    Wohl wahr. Langsam fällt der Durchblick schwer.

  3. Till Andrzejewski

    Der Vorteil des Föderalismus ist es, schnell und lokal auf Situationen reagieren zu können. Eine Bewältigung auf Landkreisebene hilft in dieser Pandemie wenig. Bayern hatte hier den Vorteil, im Gegensatz zu anderen Ländern einen landesweiten Katastrophenfall aufrufen zu können und diesen (landes)zentral zu führen.
    Eine Zentralisierung auf Bundesebene wäre für das Gesundheitswesen nicht zwingend notwendig, wohl aber für die Wirtschaft, um hier zum einen kein Bundesland zu benachteiligen, wenn Läden in Ulm geschlossen blieben und in Ne-Ulm öffneten. Zum anderen, um Konsumentenströme zu verhindern.

  4. Lagerkoller

    Wahre Worte! Wohl auch ein Ergebnis der Profilierungssucht mancher Landespolitiker, die im jetzigen Ringen um jeden Preis “vorangehen” wollen.

    • WasWäreWenn

      Und dabei wollte man sie fast schon loben, die Herren und Damen Politiker, weil sie diesmal – anders als bei den erste Verordnungen – zumindest zum gleichen Zeitpunkt Änderungen herausgegeben oder zumindest angekündigt haben…

    • Bürger

      Nach dem Motto: “Wir brauchen unbedingt ein einheitliches Vorgehen. Und weil ich es am besten kann, sind alles alle anderen eingeladen, es mir nachzumachen.”

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