Remmo-Clan zeigt es allen

Wenn es nicht wahr wäre, man könnte es nicht erfinden. Der berüchtigtste libanesisch-kurdische Clan, die Großfamilie Remmo, im Gespräch wegen des spektakulären Einbruchs ins Nobelkaufhaus KaDeWe und des noch dreisteren Diebstahls der mehrere Kilo schweren Goldmünze aus einem Berliner Museum, zeigt im Zusammenhang mit dem Versterben einer Mutter des Clans, wo es langgeht. Und das keinesfalls nach den Regeln des Rechtsstaates, erst recht in Zeiten strenger Corona-Auflagen.

Gegen jede Kontaktbeschränkung aufgrund von Corona

Letzte Woche wurde die kranke Frau von Clan-Angehörigen mit deutlich überhöhtem Tempo in einem PKW in eine Klinik gefahren. Dabei sei beinahe ein Polizist überfahren worden, heißt es dazu im Protokoll. Danach versammelten sich mehrfach Angehörige der Remmos vor der Klinik. Teilweise bis zu 100 Personen, gegen jede Kontaktbeschränkung in Corona-Zeiten. Donnerstag verstarb die Frau. Am Freitag wieder eine Menschenansammlung auf dem Gelände der Villa eines der Clan-Chefs, erneut Polizeieinsatz. Es ist übrigens die Villa im Süden Berlins, wo die Deutschland-Fahne gehisst wurde, nachdem 77 Immobilien der Familie beschlagnahmt wurden, weil – so die Vermutung – deren Erwerb aus Gewinnen illegaler Geschäfte bezahlt wurden.

Nun gestern die Trauerfeierlichkeiten trotz Versuchen der Behörden, das zu verhindern oder einzuschränken. Doch die Remmos lassen sich doch nicht von Behörden oder gar Gesetzen hindern oder aufhalten. So dann auch gestern in Berlin. In der Bundeshauptstadt dürfen nicht mehr als 20 Angehörige mit entsprechendem Abstand zu einer Beerdigung kommen. Es kamen mehr als 100 Personen. Mehrere hundert Polizisten, Hubschrauber und Absperrgitter mussten zu diesem Einsatz, um auch nur annähernd den staatlichen Anspruch zu dokumentieren, hier werde auf die Einhaltung der Beschränkungen in Zeiten der Corona-Pandemie geachtet.

Akzeptanz nur schwer zu erreichen

Sicherlich war die Überlegung der Behörden angebracht, Trauer zuzulassen. Doch dann die wiederholten und auch provokativen Verletzungen eines sozialen Konsenses, der gemeinschaftlich auf Infektionsschutz setzt, zu erlauben und abzusichern wird sehr vielen schwer fallen zu begreifen. Auch das Akzeptieren wird schwerfallen, wenn man erlebt hat, wie in Parks gegen kleinere Gruppen Platzverweise ausgesprochen wurden. Nachsichtigkeit hilft der Sache nicht. Dadurch erodiert zudem das Vertrauen in staatliches Handeln beim “Rest” – nein, wohl eher der Mehrheit – der Bevölkerung.

Der Senat sieht sich bestätigt, man habe im öffentlichen Interesse die Ordnung durchgesetzt. Nebenbei: ein Trauergast hat eine Journalistin angespuckt. Eine Berliner Zeitungsredaktion erhielt den Hinweis, es gehe hier um private Angelegenheiten ohne öffentliches Interesse. Gleich mit dabei war die Drohung, man wolle nicht in einer Clan-Berichterstattung erwähnt werden. Typisches Gehabe eines Clans.

Dieser Gastbeitrag stammt vom Chefredakteur des Behörden Spiegel, Uwe Proll

(Foto: BS/Nicole Schnittfincke)

28. April 2020

Kommentare

  1. Holger Mayer

    Wie kann man sich so vorführen lassen .Unorgansierte Berliner werden aufgefordert eine Gruppe aufzulösen,Mundschutz zu tragen,ermahnt ,verwarnt oder gar mit einem Bußgeld belegt.Das gilt natürlich nicht für den Remmo-Clan,der genießt nämlich unter rot-rot-grün Sonderstatus.Kann machen was er will,provozieren wie er will.Man muss sich die Frage stellen wie weit bereits Abhängigkeiten der Kulturszene ,der Politik und gar der Justiz entstanden sind.Ein weiteres Eindringen in den Staat und gesellschaftliche Institutionen wird sich nicht durch zu große Nachsicht erreichen lassen.Die verhöhnen doch den Rechtstaat,die Polizei und unsere Art zu leben.Sie leben aber von uns,durch Sozialtransders,durch illegale Geschäfte und durch drastische Diebstäle.Und dann dürfen sie wegen einer Trauerfeier alle Regeln brechen.Armes Berlin,willst doch immer dich messen mir den großen.Vielleicht mal mit New York.Da wurde jetzt hart durchgegriffen ,und das obwohl heikel eine jüdische Beisetzung.

  2. Security Freak

    Mit diesem Auftreten und dem Übergriff auf die Journalistin zeigen die Clan-Angehörigen wieder einmal, was sie von unserem Rechtsstaat halten.

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