Ramadan unter erschwerten Bedingungen

Ein Viertel der Weltbevölkerung gehört dem Islam an. Das sind fast 2 Milliarden Muslime, die von Ende April bis Ende Mai den Fastenmonat Ramadan feierlich begehen, der mit dem dreitägigen Zuckerfest endet. Doch das Corona-Virus erschwert den Gläubigen dieses Jahr die Auslebung ihrer religiösen Praktiken.

Denn viele Riten und Gebräuche im Ramadan kommen nicht ohne enge soziale und physische Zusammenkünfte aus. Sei es die Pilgerreise, der Moscheebesuch oder das gemeinsame Fastenbrechen – die Gläubigen setzen sich einer hohen Infektionsgefahr aus, wenn sie im Namen ihrer Religion dichtgedrängt aufeinandertreffen.

Da Social Distancing das Virus eindämmen soll, müssen sich Muslime dieser Tage mit staatlichen Restriktionen rund um den Globus arrangieren. Weil die religiösen Pflichten im Islam weitaus strenger praktiziert werden als im Christentum, ist die Corona-Pandemie eine echte Bürde für viele Gläubige. Hiervon betroffen sind vor allem Schiiten, Sunniten, Aleviten, Drusen und Bektashi – die allesamt dem Islam zugehörig sind.

Gebote und Verbote

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat in einem Papier Ratschläge für die muslimische Gemeinschaft zusammengestellt, damit die Praktizierung des Ramadans auch mit Einschränkungen gelingt. So wird neben allen hygienischen Geboten und Verboten empfohlen, zeremonielle Akte zu verschieben oder sie in den virtuellen Raum zu verlagern. Wenn dies jedoch nicht möglich sei, sollten sie nicht in Gotteshäusern, sondern im Freien stattfinden, um das Risiko von Infektionen zu minimieren.

Indonesien verbietet Zuckerfest

Selbst Indonesien, wo die bevölkerungsstärkste Gemeinschaft von Muslimen weltweit lebt, beugt sich nun dem globalen Druck. Bis vor kurzem wollte Jakarta noch seine großen Moscheen öffnen und rund 20 Millionen Gläubigen aus dem Großraum der Hauptstadt die Rückreise in ihre Heimatregionen erlauben. Doch nun ist Idul Fitri Mudik, so heißt das Fest des Fastenbrechens, durch die Regierung für 2020 verboten worden.

Wie die Muslime weltweit verteilt sind, kann auf dieser interaktiven Karte nachverfolgt werden.

(Foto: mohamed hasan, pixabay.com)

29. April 2020

Kommentare

  1. Security Freak

    Das Bundesverfassungsgericht hat mit Blick auf Niedersachsen im Eilverfahren entschieden, dass ein pauschales, ausnahmsloses Verbot von Gottesdiensten unzulässig ist.

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