Corona und die Wirtschaft

Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise sind in etwa so schwierig abzusehen, wie das Ende der Pandemie. Wie schwer und wie lange sich das Virus auf die deutsche Wirtschaft auswirken wird, hängt vor allem von der weiteren Entwicklung der Infektionszahlen ab. Mit dem Lockdown konnte die Pandemie bisher erfolgreich eingedämmt werden. Doch für die nächsten Monate sind drei sehr verschiedene Szenarien denkbar:

Szenario 1 – Unter Kontrolle

Die Einschränkungen für Bevölkerung und Wirtschaft können sukzessive gelockert werden, da die Infektionszahlen weiterhin nicht merklich ansteigen. In den ersten Monaten ist der Regelbetrieb zwar noch gestört, nach und nach erholen sich jedoch alle Wirtschaftszweige und am Jahresende verliert das Brutto-Inlands-Produkt nicht einmal 5 %. Die Folgen der Krise sind spürbar, aber nur von begrenzter Dauer.

Szenario 2 – Jojo-Effekt

Die Einschränkungen werden gelockert und die Wirtschaft erholt sich zunächst relativ zügig. Eine zweite Infektionswelle im späteren Jahresverlauf zwingt Deutschland jedoch zurück in den Lockdown und stürzt die Wirtschaft erneut in die Krise. Je nachdem, wann ein Impfstoff gegen SARS-CoV-2 auf dem Markt kommt, ist auch für 2021 eventuell mit weiteren Infektionswellen zu rechnen. In diesem Szenario wäre mit deutlich stärkeren Wirtschaftseinbußen zu rechnen, insbesondere für die Industrie und den Dienstleistungssektor.

Szenario 3 – Zusammenbruch

Die Infektionszahlen können nicht nachhaltig eingedämmt werden. Infolge dessen gelten langfristig strenge Ausgangsbeschränkungen, die Wirtschaft kommt in Teilbereichen ganz zum Erliegen. Die wirtschaftlichen Folgen sind verheerend, das Brutto-Inlandsprodukt nimmt um etwa ein Drittel ab. Die Langzeitfolgen für Politik und Gesellschaft sind nicht abzusehen.

Diese konstruierten Szenarien wirken fatalistisch. Je nach Verlauf der COVID-19-Pandemie ist jedoch jedes von ihnen theoretisch möglich. Genauso wie unendlich viele weitere Szenarien, die sich irgendwo dazwischen ansiedeln. Die Entwicklung der Wirtschaft ist ein ebenso dynamischer Prozess wie das Fortschreiten der Pandemie.

(Foto: succo, pixabay.com)

8. Mai 2020

Kommentare

  1. Security Freak

    Entscheidend wird auch die allgegenwärtige R-Zahl sein. Da geht es um die Reproduktionsrate.

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