Rettungsdiensttätigkeit deutlich aufwändiger

Das Corona-Virus hat bei der Berliner Feuerwehr zu einem deutlichen Mehraufwand im Bereich des Rettungsdienstes geführt. Nicht mit Blick auf die reinen Einsatzzahlen. Sehr wohl allerdings bezogen auf die Maßnahmen zum Eigenschutz sowie zur Desinfektion der Einsatzmittel, ganz besonders der Rettungswagen.

Das berichtet Sascha Baron von der Feuerwache Suarez. Der 39-Jährige ist im mittleren feuerwehrtechnischen Dienst tätig und wird multifunktional sowohl in der Brandbekämpfung als auch bei der technischen Hilfeleistung und im Rettungsdienst eingesetzt. Derzeit arbeitet der verheiratete Vater eines Sohnes auch auf den neuen, umgerüsteten Intensivtransportwagen (ITWs) der Berliner Feuerwehr.

Dies sei schon “eine andere Arbeit im Rettungsdienst”, so Baron. Hier sei der Hygieneaufwand noch größer als ohnehin bereits im Normalbetrieb. Schon dort müsse nach Corona-Verdachtsfällen der Rettungswagen gründlichst gereinigt und desinfiziert werden. Auch müsse in solchen Situationen die Dienstkleidung gewechselt werden. “In den ITWs müssen wir noch viel stärker auf unseren Eigenschutz achten”, unterstreicht der Feuerwehrmann. Denn in diesen Fahrzeugen würden ausschließlich Patienten behandelt, die nachweislich mit dem Corona-Virus infiziert seien, und bereits beatmet beziehungsweise intubiert werden müssen.

Schutzmaßnahmen erhöht

Auch im “normalen” Rettungsdienst wurden die Maßgaben zum Eigenschutz erhöht. Während zunächst bei Patientenkontakten, sofern kein Verdacht auf eine Corona-Infektion bestand, nur ein Mund-Nase-Schutz getragen werden musste, ist nun bei jedem Patientenkontakt das Anlegen einer FFP2-Maske sowie einer Schutzbrille Pflicht. FFP3-Masken sind laut Baron zwar noch nicht vorgeschrieben.

Allerdings erschwerten bereits die nunmehr vorgegebenen Masken die Arbeit erheblich, auch wegen des vermehrten Schwitzens unter der Schutzausstattung. “Es ist kein leichtes Arbeiten am Patienten”, konstatiert Baron. Die Tagesalarmzahlen hätten sich zwar nicht verändert. “Die Einsätze im Rettungsdienst dauerten zeitweise aber deutlich länger, weil längere Strecken zurückgelegt und die Fahrzeuge gründlicher gereinigt werden mussten”, erläutert er.

Engagement in Freiwilliger Feuerwehr untersagt

Selbst auf den Löschfahrzeugen muss jetzt Mund-Nasen-Schutz getragen werden, sofern sich der Mindestabstand von 1,50 Meter nicht einhalten lässt. Zudem wurden die Kontakte zwischen den Feuerwehrleuten, nicht nur zwischen unterschiedlichen Wachen, sondern möglichst auch innerhalb einer Dienststelle, laut Baron eingeschränkt. Auch werde strikt auf die Einhaltung der Abstandsregelungen geachtet und auf das gegenseitige Sich-die-Hand-Geben zwischen Kollegen verzichtet.

Zudem ist es Angehörigen der Berufsfeuerwehr derzeit laut einer Dienstanweisung untersagt, sich nebenher noch in der Freiwilligen Feuerwehr zu engagieren. “Es wird versucht, diese beiden Teile strikt voneinander zu trennen und die Freiwillige Feuerwehr als Backup zu erhalten”, erklärt Baron, der selbst seit 2004 bei der Freiwilligen Feuerwehr aktiv ist und die Vorgabe nachvollziehen kann. “Aus meiner Sicht wirken die Schutzmaßnahmen. Denn ich hatte nachweislich dienstlichen Kontakt zu infizierten Patienten, habe aber niemanden in meinem Kollegen- oder Familienkreis angesteckt”, unterstreicht er.

(Foto: Berliner Feuerwehr)

Kommentare

  1. Security Freak

    Das zeigt wieder einmal, dass der Job bei der Feuerwehr absolut nicht ungefährlich ist.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.