Corona als Katalysator

Der Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND), Dr. Bruno Kahl, warnte vor den Folgen der aktuellen Corona-Pandemie. Sie könne als Katalysator dienen, der gefährliche Konflikte verstärke und zum Teil beschleunige. Sein Dienst, der sich ein möglichst konkretes Bild der mittelfristigen Corona-Folgen machen will, sehe dadurch zunehmend die Werte des Multilateralismus und der Globalisierung geschädigt. Zudem würden anti-westliche Ressentiments gestärkt.

Die Corona-Lage sei ein “Stresstest für unsere Weltordnung”. Autoritäre Staaten versuchten, im Schatten der Krise ihre Einflusssphären auszubauen. Dabei würden sie die Schwächen anderer internationaler Akteure ausnutzen, Lücken besetzen und hybride Maßnahmen verstärken. “In dieser besonderen und angespannten Situation, die vor wenigen Monaten noch niemand auf dem Schirm hatte und die die gesamte Welt noch lange in Atem halten wird, muss der BND handlungsfähig bleiben”, betonte Kahl. Sein spioniere, “weil andere Staaten dies genauso tun”. Würde die Bundesrepublik aus noch so hehren moralischen Motiven auf das Mittel verzichten, im Ausland zu spionieren, “so würden wir damit nichts gewinnen, sondern uns einfach nur schlechter stellen”, sagte der BND-Präsident. Er forderte: “Wir dürfen uns nicht künstlich blind und taub machen, nur weil das auf den ersten Blick einfacher, sympathischer und ehrlicher erscheint.”

(Foto: Feldmann)

1. Juli 2020

Kommentare

  1. Security Freak

    Kein beruhigendes Szenario

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