Wir dürfen bei der Aufklärung nicht müde werden

Mitarbeiter/innen von Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst und anderen Sektoren des Öffentlichen Dienstes werden immer öfter attackiert. Die Folgen von mangelndem Respekt und Aggressionen sind dann teilweise physischer, viel öfter aber psychischer Natur.

Im Nachgang eines Vorfalls, sei es für die Betroffenen besonders wichtig, Hilfe und Unterstützung vom jeweiligen Dienstherren zu erhalten, erklärte Bernd Schünke. Er ist Leiter des Teams zur psychosozialen Unterstützung der nordrhein-westfälischen Polizei. Im Zusammenhang damit sei außerdem wichtig, dass konsequent jede einzelne Tat strafrechtlich verfolgt würde, so Andreas Bauer, Vorstandsmitglied der DFeuG im Landesverband Hessen.

Ein solches Strafverfahren könne sich auch aus psychologischer Sicht als positiv für das Opfer erweisen, bestätigte der Chefarzt der Heiligenfeldklinik Berlin, Sven Steffes-Holländer. Doch noch ist sowohl beim Rückhalt in der Dienststelle als auch bei der konsequenten Ahndung der Taten noch viel Luft nach oben, weiß Valentino Tagliafierro, Vorsitzender des Fachbereichs Feuerwehr und Rettungsdienst der komba gewerkschaft. Die Folge ist unter anderem eine große Dunkelziffer an Vorfällen, die werde Folgen für den Täter haben, noch statistisch erfasst werden.

Um möglichst viele Angriffe zu vermeiden, ist es wichtig Präventionsarbeit zu leisten. Neben der Schulung der eigenen Mitarbeiter/innen, z.B. in Deeskalationstechniken, sieht Dr. Janina Dressler auch Potential in außenwirksamer Vorbeugung. Die Gewaltpräventionsbeauftragte der Berliner Feuerwehr räumt jedoch ein, dass solche „kiezorientierte“ Arbeit für eine Behörde nur sehr eingeschränkt möglich sei.

Auch Werbekampagnen, wie sie von verschiedenen Stellen betrieben werden, können Teile der Gesellschaft nur schwer oder gar nicht erreichen. Außerdem sei ihr Wirkungsgrad gerade im digitalen Raum schwer zu messen, so Schünke, der außerdem Polizeiabteilungsleiter in der Kreispolizeibehörde Borken ist. Niels Sahling, Bundesjugendvorsitzender der Jungen Gruppe der GdP und aktiver Polizeibeamter, sieht das größte Präventionspotential in den Kindergärten und Schulen. Dort könne viel erreicht werden. Seine Forderung: „Wir dürfen der Aufklärung nicht müde werden.“

Die hier zusammengeführten Aussagen stammen aus der Diskussionsrunde „Gewalt gegen Angehörigen des Öffentlichen Dienstes“ auf dem Digitalen Staat Online. Das ganze Video finden Sie hier:

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(Screenshot: Klement)

Kommentare

  1. Security Freak

    Die Berliner Feuerwehr nimmt hier – im Vergleich zu den übrigen Berufsfeuerwehren – eine Vorreiterrolle ein.

  2. Security Freak

    War eine interessante, spannende Runde.

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